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WirtschaftsKRAFTplus ist in der Tat ein „Plus“ – ein Mehr an Themen, an Hintergründen und an Aktualität. Mit dieser Plattform wird die wirtschaftliche Kompetenz des Standortes Pforzheim medial begleitet und weit in die Region getragen.

Oliver Reitz

Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP)

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Zur Mitarbeiterbindung gehört mehr als Obstkorb und O-Saft

Fachkräftegewinnung gehört aktuell zu den wichtigsten Themen in der Wirtschafts- und Arbeitswelt. Mindestens genauso wichtig ist aber auch die Bindung langjähriger Mitarbeitenden und Fachkräfte an das Unternehmen. Über die Schlüsselfaktoren referierte Senior Economist Sibylle Stippler.
Sybille Stippler, Senior Economist im Institut der deutschen Wirtschaft und Teamleiterin im Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA). ©JuliaHaack/Composing_GerdLache

Mitteilung der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald | 05.03.2022

Mitarbeitende kommen wegen des Jobs, bleiben wegen der Aufgabe und gehen wegen der Chefs.
Sybille Stippler

Um die wichtigsten Schlüsselfaktoren der Mitarbeiterbindung ging es bei der gemeinsamen Veranstaltung der Fachkräfteallianz Nordschwarzwald-Pforzheim.  Wie schaffen es Unternehmen, dass engagierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sich langfristig an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen? Es reicht bei weitem nicht aus, sich nur nach außen hin attraktiv zu präsentieren, und es bedarf auch mehr als O-Saft und Obstkorb. Mit mehr als 100 Personalverantwortlichen fand die Veranstaltung eine sehr große Resonanz.

Als Referentin des Online Events gewannen die Veranstalter Sybille Stippler, Senior Economist im Institut der deutschen Wirtschaft und Teamleiterin im Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (KOFA). In ihrem Vortrag erläuterte sie mit anschaulichen Beispielen, wie vor allem kleine und mittlere Unternehmen Mitarbeiterbindung angehen können und wie sie sich zielgerichtet umsetzen lässt.

Anhand der These „Mitarbeitende kommen wegen des Jobs, bleiben wegen der Aufgabe und gehen wegen der Chefs“ zeigte Sippler auf, dass es für Führungskräfte neben den bekannten Hygienefaktoren wie Wertschätzung, Kritikfähigkeit und Entscheidungsfreude etliche weitere Faktoren mit hohem Potential für die Bindung der Arbeitnehmenden ans Unternehmen gebe. Dazu gehöre es beispielsweise, konkrete Ziele zu setzen, Mitarbeitende zu motivieren, die Arbeitsbelastung im Auge zu behalten, aber auch für gute Stimmung zu sorgen.

„Mitarbeiterbindung ist Chefsache“, machte die Referentin deutlich. „Ob Anerkennung oder Weiterbildung, flexible Arbeitszeiten oder E-Bike – es lohnt sich doppelt, zu wissen, was die eigenen Leute wollen. Denn zufriedene Mitarbeiter sind die besten Headhunter!“

Mehrfach betonte Stippler, dass die Maßnahmen im Idealfall sowohl zum Unternehmen als auch zur entsprechenden Lebensphase der Arbeitnehmer passen sollten. Gibt es beispielsweise viele Hundebesitzer in der Belegschaft, könnte man entsprechende Motivationsfaktoren darauf abstimmen. Oder wenn die Mitarbeitenden Wert auf eine bewusste Ernährung legen, dann sollten im Obstkorb auch Bioäpfel liegen.

Lars Schäfer, Prokurist bei der WFG: Impulse und Anregungen geben, wie ein Unternehmen attraktiver Arbeitgeber sein kann. ©WFG/Composing_GerdLache

Ergänzend verwies die Referentin auf eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft: Diese Studie zeige auf, dass 96,3 Prozent aller Beschäftigten mit Kindern oder mit pflegebedürftigen Angehörigen familienfreundliche Arbeitsbedingungen als eher wichtig einschätzen. Aber auch von denjenigen ArbeitnehmerInnen, die keine Betreuungsverpflichtungen haben, sprach sich ein hoher Anteil von 78,3 Prozent dafür aus.

Auch das Thema Gehalt sei nach wie vor ein wichtiger Faktor für die Mitarbeiterbindung. In diesem Zusammenhang fand die Universität Stanford jüngst heraus, dass zwei Tage Homeoffice einer Gehaltssteigerung von 7 bis 8 Prozent entsprechen könnten.

Bei der anschließenden Fragerunde und dem intensiven Austausch mit der Expertin wurde deutlich, dass dieses Thema auch in der Region Nordschwarzwald unter den Nägeln brennt. „Dass langjährige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen überaus wertvoll für Unternehmen sind, ist bekannt. Sie kennen die Abläufe und Strukturen, helfen Neulingen bei der Einarbeitung – sie halten den Laden am Laufen. Darum ist es wichtig, diese Fachkräfte langfristig an sich zu binden“, unterstreicht Lars Schäfer, Prokurist bei der WFG. „Mit dieser Veranstaltung möchten wir Impulse und Anregungen geben, wie ein Unternehmen ein attraktiver Arbeitgeber sein kann“.

(pm/gel)


Die WFG

Die Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald GmbH (WFG) ist nach eigenen Angaben eine unabhängige regionale Institution und Partner und Dienstleister für alle Wirtschaftsakteure in der Region Nordschwarzwald: Unternehmen, Kommunen, Landkreise, Kammern, Hochschulen und Institutionen.

Mit zahlreichen Projekten und Dienstleistungen unterstützt die WFG die nachhaltige Entwicklung der Region Nordschwarzwald als attraktiven Wirtschafts- und Lebensstandort und vermarktet ihre Stärken nach innen und außen. Zu den Schwerpunkten der Aufgaben der WFG gehören das Engagement in den Bereichen Standortentwicklung und Marketing, Netzwerkarbeit und Kooperationen, Fachkräftesicherung und -bindung sowie die Förderung des regionalen Innovationsmanagements.

Weiter bietet das Kompetenzteam der WFG Expertise zum Thema Europaangelegenheiten und Fördermittel und es befasst sich mit der Errichtung eines regionalen Kompetenzzentrums für Digitalisierung und der Etablierung der Region als Forschungs- und Wissenschaftsstandort.

Zahlreiche weitere Services für Kommunen ergänzen das Portfolio.

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