What the Fact? Wie wir Fake News erkennen – und warum sie Wirtschaft und Demokratie schaden

Falschinformationen verbreiten sich schneller denn je – verstärkt durch soziale Medien und Künstliche Intelligenz. Hanno Beck, Professor für VWL an der Hochschule Pforzheim, erläutert in seiner neusten Publikation gemeinsam mit Professor Aloys Prinz, was genau Fake News sind und wie man einen korrekten Faktencheck macht, um sie zu entlarven.
„What the Fact?“ – Der Pforzheimer Ökonom Hanno Beck beschäftigt sich mit der Frage, wie sich Fake News erkennen und ihre wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen begrenzen lassen. Archivbild. Foto: Cornelia Kamper/ Hochschule Pforzheim

05.03.2026

Wenn Fakten verschwimmen

Sind Sie schon einmal auf eine Falschmeldung hereingefallen? Angesichts der ständig wachsenden Informationsflut im Internet ist das keine Seltenheit. Nachrichten verbreiten sich in sozialen Netzwerken in rasantem Tempo – und nicht immer handelt es sich dabei um verlässliche Informationen.

Der Volkswirtschaftsprofessor Hanno Beck von der Hochschule Pforzheim beschäftigt sich mit ökonomischen und gesellschaftlichen Folgen von Fehlinformationen. In seiner neuen Publikation, die er gemeinsam mit Aloys Prinz verfasst hat, geht er der Frage nach, wie Fake News entstehen, wie sie wirken – und wie man ihnen begegnen kann.

Was Fake News eigentlich sind

Nach Beck und Prinz handelt es sich bei Fake News um gezielt verbreitete falsche oder irreführende Tatsachenbehauptungen im Nachrichtenformat, die politische oder wirtschaftliche Ziele verfolgen. Besonders problematisch: Häufig werden echte Fakten mit Meinungen und emotionalen Botschaften vermischt. Dadurch wirken solche Inhalte glaubwürdig – obwohl sie manipulativ sind.

Gerade in Zeiten von KI-gestützter Content-Produktion wird es immer schwieriger, Fakten von Fälschungen zu unterscheiden.

Drei Wege, Fake News zu entlarven

Die Autoren sehen mehrere Ansatzpunkte, um Falschinformationen entgegenzuwirken.

1. Fakten überprüfen
Informationen sollten auf unabhängigen Faktencheck-Portalen überprüft werden – etwa bei Initiativen von Nachrichtenagenturen oder europäischen Institutionen.

2. Rechtliche Instrumente nutzen
Auch der Staat kann gegen falsche oder rechtswidrige Inhalte vorgehen. Plattformen sind verpflichtet, gemeldete Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls zu löschen. Allerdings stößt diese Strategie an Grenzen: Urheber sitzen häufig im Ausland, und die Abgrenzung zwischen Meinung und Falschmeldung ist schwierig. Zudem besteht die Gefahr des sogenannten „Overblockings“, also der vorsorglichen Löschung zu vieler Inhalte.

3. Medienkompetenz stärken
Als besonders nachhaltig gilt das sogenannte „Prebunking“ – die präventive Medienbildung. Ziel ist es, Menschen frühzeitig dafür zu sensibilisieren, Manipulationsstrategien zu erkennen und Informationen kritisch einzuordnen.

Fake News haben ihren Preis

Falschinformationen verursachen laut Beck und Prinz nicht nur gesellschaftliche Schäden, sondern auch erhebliche wirtschaftliche Kosten.

Allein große Plattformen investieren Millionen in Faktenchecks und Gegenmaßnahmen. Google etwa stellte 2021 rund 25 Millionen Euro für den European Media and Information Fund bereit, der Projekte zur Bekämpfung von Desinformation unterstützt.

Doch auch Unternehmen, Börsen, Gesundheitswesen und Strafverfolgung müssen Ressourcen aufwenden, um die Folgen von Falschmeldungen zu korrigieren.

Mindestens ebenso schwer wiegen die nicht-monetären Folgen: Fehlentscheidungen auf Basis falscher Informationen, sinkendes Vertrauen in Institutionen und Märkte sowie politische Polarisierung.

Bildung als wichtigste Waffe

Einen einfachen Ausweg aus der Desinformationsspirale sehen Beck und Prinz nicht. Der Kampf gegen Fake News sei komplex und eine vollständige Kontrolle kaum möglich.

Umso wichtiger sei es, Menschen zu befähigen, Informationen selbst kritisch zu prüfen. Bildung und Medienkompetenz bleiben deshalb – trotz aller technologischen Lösungen – die wirksamste Verteidigung gegen Manipulation und Unwissen.

pm/tm

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