Was passiert mit ungeliebten Weihnachtsgeschenken?

Falsche Größe, doppelt geschenkt oder einfach nicht der eigene Geschmack: Nach den Feiertagen stehen viele vor der Frage, wohin mit gut gemeinten, aber ungeliebten Präsenten. Eine aktuelle Umfrage zeigt, welche Wege die Deutschen bevorzugen – und warum Online-Plattformen immer wichtiger werden.
Der Baum glänzt noch – doch nicht jedes Geschenk passt so gut wie die Kugeln. Was passiert mit ungeliebten Geschenken? Foto: Tanja Meckler

29.12.2025

Wenn der Weihnachtszauber verflogen ist und das letzte Stück Stollen gegessen wurde, bleibt bei vielen ein nüchterner Blick auf die Geschenke unterm Baum. Das Polohemd zwickt, das Buch steht schon im Regal, das neue Handy überzeugt nicht. Für knapp die Hälfte der Deutschen ist die Lösung klar: 49 Prozent wollen ihre Weihnachtsgeschenke in diesem Jahr im Geschäft oder Online-Shop zurückgeben, in dem sie gekauft wurden.

Das zeigt eine repräsentative Befragung von 1.002 Personen ab 16 Jahren in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Händler kommen den Kundinnen und Kunden dabei entgegen: Gerade rund um Weihnachten gelten oft besonders kulante Rückgaberegelungen.

Doch nicht jedes Geschenk geht zurück an den Absender. Mehr als ein Drittel (38 Prozent) plant, ungeliebte Präsente einfach weiter zu verschenken. Rund 22 Prozent behalten die Geschenke trotz anfänglicher Zweifel – vielleicht aus Höflichkeit oder weil sie sich doch noch anfreunden können.

Immer beliebter wird auch der digitale Zweitmarkt. 18 Prozent der Befragten wollen ihre Weihnachtsgeschenke über Flohmarkt- oder Recommerce-Apps wie Vinted, Shpock oder Kleinanzeigen verkaufen. Weitere 15 Prozent setzen auf etablierte Plattformen wie eBay oder Amazon, um Geschenke weiterzuverkaufen oder zu versteigern.

„Der Weiterverkauf über Online-Plattformen kann eine gute Alternative sein“, sagt Nastassja Hofmann, Retail-Expertin beim Bitkom. Entscheidend sei, die passende Plattform für die jeweilige Zielgruppe zu wählen. Hochwertige Fotos und eine ehrliche Beschreibung erhöhten die Verkaufschancen deutlich. Bei Privatverkäufen empfiehlt sie zudem, die Gewährleistung auszuschließen.

Deutlich seltener schlagen die Befragten einen sozialen Weg ein: Nur 8 Prozent wollen ihre Geschenke spenden. Weggeworfen werden Präsente kaum – lediglich 1 Prozent gibt an, Weihnachtsgeschenke zu entsorgen. Für 2 Prozent stellt sich die Frage ohnehin nicht: Sie haben in diesem Jahr nach eigenen Angaben gar keine Geschenke erhalten.

pm/tm

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