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Pandemie befeuert Bildungshunger nach Digital-Themen – Hoher Zuwachs in Pforzheim und Freiburg

Der Trend zu mehr digitalem Lernen hat sich seit Beginn der Coronavirus-Pandemie deutlich verstärkt. Das ergab eine Untersuchung des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts. Demnach hat Pforzheim unter den baden-württembergischen Städten die höchste prozentuale Zunahme bei den Onlinekursen auf der Gratisplattform openHPI zu Themen der Digitalisierung – gefolgt von Freiburg, Stuttgart und Heilbronn.
© obs/HPI Hasso-Plattner-Institut / Bearbeitung:GerdLache

Von Gerd Lache

Da die Pandemie den normalen Aktionsradius in Berufs- und Privatleben eingeschränkt hat und noch immer begrenzt, investieren nun sehr viele Menschen daheim, im Büro und unterwegs mehr Zeit in ihre individuelle Aus- und Weiterbildung.
Prof. Dr. sc. nat. Dr. rer. nat. Christoph Meinel, Informatiker sowie Direktor und Geschäftsführer des Hasso-Plattner-Instituts für Digital Engineering gGmbH (HPI) und Dekan der Digital Engineering Fakultät der Universität Potsdam

In 25 deutschen Großstädten haben sich die Lernaktivitäten von Nutzern offener Onlinekurse zu Digitalisierungsthemen gegenüber 2018 mehr als verdoppelt. Das hat eine jetzt bekannt gegebene Studie des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) ergeben. Es bietet solche Kurse seit 2012 gratis auf seiner Lernplattform openHPI an. Laut der Analyse weisen bei den IT-Kursen im Netz acht der 25 Großstädte sogar Zuwachsraten zwischen 200 und knapp 290 Prozent auf. Eine davon ist Pforzheim. Demnach belegt die Goldstadt bei den Zuwachsraten unter den baden-württembergischen Städten sogar den Spitzenplatz mit 216 Prozent, vor Freiburg, Stuttgart und Heilbronn. Im bundesweiten Vergleich rangiert Pforzheim immerhin noch auf dem sechsten Platz (siehe Grafik der Top-20-Städte).

Bei ihrer Analyse der Verbreitung digitaler Allgemeinbildung untersuchten die Forscher des Hasso-Plattner-Instituts im Sommer 2020, woher die meisten und aktivsten Teilnehmenden an seinen kostenlosen Onlinekursen auf der Internet-Bildungsplattform openHPI stammen. Das Ergebnis: Die gegenwärtig rund 250.000 einzelnen Nutzenden der Kurse nehmen das Gratisangebot zu 48 Prozent von gut 100 deutschen Städten aus wahr. Zwei Drittel davon sind Großstädte mit einer Einwohnerschaft von mehr als 100.000 Personen.

©GerdLache / Quelle: HPI

Was ist der Grund für diese Zuwachsraten? Nach Beobachtung des Potsdamer Instituts nutzen viele Menschen die Zeit sozialer Distanzierung und häuslicher Zurückgezogenheit, um ihre Digitalisierungs-Kenntnisse mit Onlinekursen zu erweitern. „Auf der IT-Lernplattform openHPI registrieren wir seit Anfang Januar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rund 61 Prozent mehr Einschreibungen von 81 Prozent mehr Nutzern, berichtet der Informatikwissenschaftler und Institutsdirektor Professor Christoph Meinel. Er sagt: „In ganz Deutschland beobachten wir auf breiter Front ein beeindruckend zunehmendes Interesse, sich über unsere Onlinekurse digitales Grundwissen anzueignen oder es aufzufrischen.“

Am stärksten gefragt waren Meinel zufolge Gratiskurse zur Einführung in Künstliche Intelligenz, zu Data Engineering und Data Science sowie zum Programmieren in der Sprache Java. Für 2021 kündigt das HPI ein erweitertes Programm solcher Massive Open Online Courses (MOOC) an.

Geleitet wird das Hasso-Plattner-Institut (HPI) von dem Informatiker Professor Christoph Meinel. © Kai Herschelmann

Das Institut bietet eigenen Angaben zufolge kostenlose Onlinekurse zu Digitalisierungs- und Innovations-Themen bereits seit 2012 auf openHPI an –  für interessierte Laien genauso wie für Expertinnen und Experten. Wie alle übrigen Angebote seien diese Kurse auch weiterhin im openHPI-Archiv fürs Selbststudium zu nutzen, dann aber nicht mehr mit der Möglichkeit, Prüfungen zu absolvieren und ein Zeugnis zu erhalten.

Weil 2020 der Einführungskurs „Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen für Einsteiger“ mit fast 12.000 Teilnehmenden einer der nachgefragtesten war, soll im Herbst 2021 ein Vertiefungsangebot folgen. Der Titel lautet „Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen in der Praxis“. Schon jetzt sei eine Anmeldung möglich:

https://open.hpi.de/courses/kipraxis2021


Gratis: Interaktive Bildungsplattform openHPI

Seine interaktiven Internetangebote hat das Hasso-Plattner-Institut 2012 gestartet. Es gilt damit nach eigener Darstellung „als Pionier unter den europäischen Wissenschafts-Institutionen“. Die Plattform biete seitdem einen Gratis-Zugang zu aktuellem Hochschul-Wissen aus den sich schnell verändernden Gebieten der Informationstechnologie und Innovation.

Unterrichtssprache sei bislang hauptsächlich Deutsch, Englisch und Chinesisch. Mittlerweile wurden auf openHPI mehr als 834.000 Kurseinschreibungen registriert. Rund 247.000 Personen aus 180 Ländern gehören auf der Plattform zum festen Nutzerkreis. Für besonders erfolgreiche Teilnehmer an seinen „Massive Open Online Courses“, kurz MOOCs genannt, stellte das Institut bisher mehr als 88.000 Zertifikate aus.

Das openHPI-Jahresprogramm umfasst immer zahlreiche Angebote für IT-Einsteiger und Experten. Auch die in der Vergangenheit angebotenen rund 70 Kurse können im Selbststudium nach wie vor genutzt werden – ebenfalls kostenfrei. Studierende können sich nach Instituts-Angaben für das Absolvieren von openHPI-Kursen jetzt auch Leistungspunkte an ihrer Universität anrechnen lassen. Wer sich Videolektionen aus den Kursen unterwegs auch dann anschauen will, wenn keine Internetverbindung gewährleistet ist (etwa im Flugzeug), kann zudem die openHPI-App für Android-Mobilgeräte, iPhones oder iPads nutzen.

https://open.hpi.de


Foyer des Hauptgebäudes auf dem HPI-Campus in Potsdam. © Kai Herschelmann

Hasso-Plattner-Institut (HPI)

Benannt ist das Institut nach dem Gründer und Stifter Hasso Plattner. Der Milliardär, Jahrgang 1944, ist Mitbegründer des IT-Unternehmens SAP in Walldorf (Baden-Württemberg). Studiert hat der gebürtige Berliner von 1963 bis 1968 am KIT, dem Karlsruher Institut für Technologie.

Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam ist nach eigener Darstellung „Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für Digital Engineering“. Mit dem Bachelorstudiengang „IT-Systems Engineering“ bietet die gemeinsame Digital-Engineering-Fakultät des HPI und der Universität Potsdam ein deutschlandweit einmaliges und besonders praxisnahes ingenieurwissenschaftliches Informatikstudium an, das von derzeit rund 550 Studierenden genutzt wird.

In den vier Masterstudiengängen „IT-Systems Engineering“, „Digital Health“, „Data Engineering“ und „Cybersecurity“ können darauf aufbauend eigene Forschungsschwerpunkte gesetzt werden. Bei den CHE-Hochschulrankings belegt das HPI stets Spitzenplätze. Die HPI School of Design Thinking, Europas erste Innovationsschule für Studenten nach dem Vorbild der Stanforder d.school, bietet jährlich 240 Plätze für ein Zusatzstudium an. Derzeit sind am HPI 17 Professoren und mehr als 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und Dozenten tätig.

 Es betreibt exzellente universitäre Forschung – in seinen IT-Fachgebieten, aber auch in der HPI Research School für Doktoranden mit ihren Forschungsaußenstellen in Kapstadt, Haifa und Nanjing. Schwerpunkt der HPI-Lehre und -Forschung sind die Grundlagen und Anwendungen großer, hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme. Hinzu kommt das Entwickeln und Erforschen nutzerorientierter Innovationen für alle Lebensbereiche.

https://hpi.de

Gründer, Stifter und Namensgeber des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts (HPI): der Unternehmer und Milliardär Hasso Plattner. © Kai Herschelmann

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