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Niedere Unternehmenssteuern heben das Lohnniveau

Steuern erhöhen oder Steuern senken, was ist besser? Für Clemens Fuest, Präsident des ifo-Instituts ist die Antwort klar: Niedrigere Steuern für Unternehmen bringen höhere Löhne und mehr Beschäftigung.
Angesichts der bevorstehenden Bundestagswahl beleuchtet das ifo-Institut die verschiedenen Steuermodelle in der Diskussion. ©Capri

Von Gerd Lache | 23.08.2021

Kurz vor der Bundestagswahl untersuchten Wirtschaftswissenschaftler des ifo-Instituts die Auswirkungen verschiedener Steuermodelle, die aktuell im Wahlkampf diskutiert werden. Kriterien waren die jeweilige Entwicklung des Steueraufkommens sowie andere ökonomische Größen. Die ifo-Experten bedienten sich dabei eines datenbasierten Simulationsmodells (CGE-Modell).

Ergebnis der Studie: Niedrigere Steuern für Unternehmen bringen höhere Löhne, mehr Beschäftigung und höheres Wachstum. Zwar gebe es für eine gewisse Übergangszeit Steuerausfälle, die könnten aber als Investition des Staates angesehen werden, „um künftig höhere Löhne, mehr Beschäftigung und ein höheres Konsumniveau zu ermöglichen“, meint ifo-Präsident Clemens Fuest.

Eine Senkung der Körperschaftsteuer um 5 Prozentpunkte führt demnach kurzfristig zu einem Rückgang des Steueraufkommens um 13,8 Milliarden Euro. Langfristig seien die jährlichen Steuerausfälle kleiner, weil Investitionen und Beschäftigung steigen.

Eine Kombination aus Körperschaftsteuersenkung und beschleunigten Abschreibungen würde kurzfristig das Steueraufkommen sogar um 30 Milliarden Euro senken. Dafür würden Investitionen und Beschäftigung so stark zunehmen, dass die jährlichen Steuereinnahmen mittelfristig wieder auf das Ausgangsniveau ansteigen. Das Bruttoinlandsprodukt und der Konsum der privaten Haushalte wären aber um rund 3 Prozent höher als ohne Reform. Die Löhne würden um etwa 4 Prozent höher liegen.

Außerdem betrachteten die Wirtschaftswissenschaftler Erhöhungen der Einkommensteuer sowie der Umsatzsteuer. Die Finanzierung öffentlicher Ausgaben durch die Umsatzsteuer hat demnach weniger negative Wirkungen auf Investitionen, Beschäftigung und folglich die gesamtwirtschaftliche Entwicklung als die Finanzierung durch die Einkommensteuer.

Bei einer Erhöhung des Einkommensteuersatzes um drei Prozentpunkte ab einem Einkommen von 100.000 Euro würde der Staat laut ifo-Studie im ersten Jahr 4,9 Milliarden Euro an zusätzlichen Steuereinnahmen erzielen. Langfristig aber würden die zusätzlichen Steuereinnahmen auf 3,4 Milliarden Euro sinken. Die Wirtschaftsleistung würde um 0,4 Prozent sinken.

Eine Erhöhung der Umsatzsteuer hingegen um einen Prozentpunkt würde die Steuereinnahmen der Studie zufolge um 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro erhöhen, das Bruttoinlandsprodukt aber lediglich um 0,2 Prozent senken.

Das ifo Institut (Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V. ) ist eine Forschungseinrichtung mit Sitz in München.


Die Autoren der ifo-Studie ©ifo/Composing_GerdLache

Der Aufsatz zur Studie kann als PDF herunter geladen werden:

https://www.ifo.de/publikationen/2021/aufsatz-zeitschrift/wie-beeinflussen-steuerentlastungen-die-wirtschaftliche

Autoren: Florian Dorn, Clemens Fuest, Florian Neumeier, Michael Stimmelmayr


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