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Wirtschaftskraft ist in der Tat ein „Plus“ – ein Mehr an Themen, an Hintergründen und an Aktualität. Mit dieser Plattform wird die wirtschaftliche Kompetenz des Standortes Pforzheim medial begleitet und weit in die Region getragen.

Oliver Reitz

Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP)

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Michelin reagiert auf Marktveränderungen: Standortschließung in Karlsruhe

Am 28.11.2023 informierte Michelin die 601 Mitarbeitenden seines Produktionsstandorts in Karlsruhe über die schrittweise Schließung der Lkw-Neureifen- und Halbfabrikatfertigung bis Mitte 2025. Gleichzeitig wird das Kundenkontaktzentrum für Deutschland, Österreich und die Schweiz bis Ende 2025 nach Polen verlagert, wodurch 479 Arbeitsplätze in der Produktion und 122 im Kundenkontaktzentrum betroffen sind. Das gab das Unternehmen in einer Pressmitteilung bekannt.
Michelin restruktiert Standorte in Deutschland auch Karlsruhe ist betroffen. Foto: Michelin

29.11.2023

Die drastische Veränderung im europäischen Lkw-Reifenmarkt, mit einer Verschiebung zu importierten Budgetreifen aus Niedriglohnländern, sei ein Hauptgrund für diese Entscheidung. Zwischen 2013 und 2022 sei der Marktanteil von Budgetreifen – hauptsächlich aus Niedriglohnländern – um elf Prozentpunkte angestiegen, auf Kosten des Premium- und mittleren Preis-Segments (Quelle: Roland Berger).

„In den letzten Jahren hat sich der Lkw-Reifenmarkt stark verändert. Es ist eine klare Verschiebung von Premiumreifen, hin zu importieren Budget-Reifen aus Niedriglohnländern zu erkennen. Erschwerend kommt hinzu, dass die aktuellen Krisen und die hohe Inflation massive Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts haben. Diese Faktoren sorgen dafür, dass unser Produktionsstandort in Karlsruhe nicht länger ausreichend wettbewerbsfähig und ausgelastet ist. Die unausweichliche Entscheidung die Produktion am Standort Karlsruhe schrittweise einzustellen ist uns sehr schwer gefallen. Meine Priorität jetzt ist es jetzt für meine Mitarbeiter da zu sein und sie bestmöglich in eine neue Zukunft zu begleiten.Wir werden die Gespräche mit den Sozialpartnern fortsetzen: insbesondere zur genauen Umsetzung der betrieblichen Änderungen und möglichen Alternativen für die künftige Nutzung des Standorts“, sagte Christian Metzger, Werkleitung Karlsruhe.

Neben dem Standort in Karlsruhe sind auch Trier sowie die Lkw-Neureifen- und Halbfabrikatfertigung in Homburg betroffen. In Summe 1410 Mitarbeitende. Da auch das Kundenkontaktzentrum von Karlsruhe nach Polen kommen nochmal 122 hinzu. Das bedeutet einen Verlust von insgesamt 1.532 Arbeitsplätzen. Michelin betont jedoch sein Engagement, die betroffenen Mitarbeitenden individuell zu unterstützen. Gespräche mit Sozialpartnern, Betriebsräten und der Gewerkschaft IGBCE sollen alternative Beschäftigungsmöglichkeiten und Weiterbildungsangebote erörtern.

Der größte europäische Produktionsstandort von Michelin für die Runderneuerung von Lkw-Reifen in Homburg und das Pkw-Reifenwerk in Bad Kreuznach sind nicht betroffen. Die Produktion an diesen Standorten wird fortgeführt. Insgesamt wird Michelin nach der Schließung der betroffenen Bereiche weiterhin mit rund 2.780 Mitarbeitenden in der Industrie, Logistik, Vertrieb, Marketing und Verwaltung in Deutschland präsent sein.

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