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WirtschaftsKRAFTplus ist in der Tat ein „Plus“ – ein Mehr an Themen, an Hintergründen und an Aktualität. Mit dieser Plattform wird die wirtschaftliche Kompetenz des Standortes Pforzheim medial begleitet und weit in die Region getragen.

Oliver Reitz

Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP)

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Last-Minute-Bewerbung für einen Ausbildungsplatz

Die Region Nordschwarzwald verzeichnet eine zunehmend hohe Ausbildungsbereitschaft der Betriebe. Allein die fehlende Nachfrage von Bewerbern nach Ausbildungsplätzen macht den Unternehmen Sorgen.
Besonders beliebt sind kaufmännischen Ausbildungsberufe gefolgt von Medien- und Kommunikationsberufen. ©NattanKanchan/GerdLache

03.09.2021

Wie bilden Betriebe aus, wenn man Arbeitsabläufe nicht vorführen, Handgriffe nicht zeigen und die Fragen der Auszubildenden nicht persönlich beantworten kann? Wie erreicht und unterstützt man Lehrlinge, wenn der Betrieb geschlossen ist? „Das Corona-Virus hat die duale Berufsausbildung auch in der Region Nordschwarzwald herausgefordert, aber unsere Betriebe meistern auch diese Herausforderung“, sagt  Claudia Gläser, Präsidentin der Industrie- und Handelskammer (IHK)  Nordschwarzwald.

Ausbildung und Fachkräftesicherung hätten für die Unternehmen Priorität. Dies zeige sich auch in Zahlen: im zweiten Corona-Jahr zählt die IHK Nordschwarzwald Ende August 2021 insgesamt 5.311 Verträge (Vorjahr: 6.061), wobei 1.343 Verträge neu eingetragen worden sind (Vorjahr: 1.649).

Vor dem Studium erst einmal eine Ausbildung, rät IHK-Präsidentin Claudia Gläser. ©FotostudioKarin

„Da weiterhin noch Verträge für das laufende Ausbildungsjahr eingehen und noch einige Ausbildungsverträge zur Registrierung vorliegen, gehen wir bis zum Jahresende von einer nahezu gleichbleibenden Zahl an Ausbildungsverhältnissen aus wie in 2020“, berichtet Tanja Traub, Mitglied der Geschäftsführung der IHK Nordschwarzwald und verantwortlich für den Bereich Berufsbildung. Sie sagt: „In Pforzheim und der Region Nordschwarzwald hatten wir vor der Pandemie in der Industrie und im Handel seit Jahren stabile Ausbildungszahlen auf hohem Niveau. 2020 lag die Zahl der Neuverträge bei minus 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Stand heute hat sich der Ausbildungsmarkt wieder stabilisiert.“

Beliebte Ausbildungsberufe

Die beliebtesten Berufe sind der Kammer zufolge die kaufmännischen Ausbildungsberufe, wie etwa Industriekaufmann/-frau und Kaufmann/-frau für Büromanagement, gefolgt von den Medien- und Kommunikationsberufen.

Aber auch technische Berufe haben bei den Jugendlichen einen hohen Stellenwert. Der Werkzeug- und Maschinenbau sowie die Mechatronik sind demnach sehr beliebt und in der Region besonders nachgefragt. Das verarbeitende Gewerbe (beispielsweise die Oberflächen-, Verfahren- und Stanz- und Umformtechnik), die Transport-, Tourismus- und Gastronomiebranche benötigen laut IHK dringend Fachkräfte.

Ausbildung als Grundlage

Rund ein Fünftel der Ausbildungsbetriebe gehen weiterhin davon aus, dass sie nicht alle Ausbildungsplätze besetzen können. Demnach gibt es zunehmend weniger qualifizierte Bewerber, dafür hat der Wunsch nach einem Hochschulabschluss bei den Jugendlichen deutlich zugenommen.

„Unser Rat ist, erst einmal eine Ausbildung. Deutschland ist ein Hochtechnologieland, entsprechend anspruchsvoll ist hier die Ausbildung, das ist eine hervorragende Basis für alles Weitere, sei es Weiterbildung oder möglicherweise eben auch ein zielorientiertes Studium“, empfiehlt die IHK-Präsidentin und Unternehmerin Claudia Gläser.

Dass bei den Unternehmen Ausbildung und damit Fachkräftesicherung einen hohen Stellenwert haben, bestätigt auch die jüngste Ausbildungsumfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Die Studie belegt laut IHK, dass fast 90 Prozent der Auszubildenden die fachliche Betreuung durch ihre Betriebe im Homeoffice mit mindestens befriedigend bewerten, über die Hälfte verteilen sogar in dieser schwierigen Situation die Noten eins oder zwei. Das zeigen auch die Prüfungsergebnisse.

Der Ausbildungsmarkt hat sich wieder stabilisiert, sagt Tanja Traub, Mitglied der Geschäftsführung der IHK Nordschwarzwald. ©IHK

Der Ausfall von Präsenzzeiten in Berufsschulen oder Betrieben konnte durch das Engagement aller Beteiligten in aller Regel ausgeglichen werden. So sind bei den Prüfungsnoten im Berufsvergleich vereinzelt sowohl Verbesserungen als auch leichte Verschlechterungen zum langjährigen Durchschnitt zu erkennen. Das heißt: Berufsübergreifend konnten die Azubis die Abschlussprüfungen in der Corona-Zeit insgesamt gut absolvieren.

„Dazu hat das kreative Engagement von Betrieben, Berufsschulen, Kammern und natürlich der Azubis selbst in dieser komplizierten Zeit maßgeblich beigetragen“, betont Tanja Traub. „Außerdem konnten die IHKs eine vergleichbar hohe Bestehensquote verzeichnen wie in den Vorjahren.“

Lehrstellenbörse mit 150 Angeboten

Für alle, die noch einen Ausbildungsplatz – sozusagen last minute – suchen, gebe es aktuell 150 Angebote für das Ausbildungsjahr 2021 in der IHK-Lehrstellenbörse zu finden. (pm/gel)

Link zur Lehrstellenbörse:
www.nordschwarzwald.ihk24.de/lehrstellenboerse

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