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Kevin Lindauer zum Golden Sunday: „Zukünftig sind hybride Verkaufskonzepte und Geschäftsmodelle gefragt“

Pforzheim/Enzkreis. Mit dem Golden Sunday, dem ersten verkaufsoffenen Sonntag in Pforzheim in digitaler Form, setzt das Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) mit Unterstützung von PZ-Medien auf ein Onlineprojekt, das den lokalen Einzelhandel nach der Corona-Zwangspause wieder neu beleben kann.
Der Pforzheimer Smart-City Beauftragte Kevin Lindauer nennt den "Golden Sunday" als ein innovatives Beispiel für hybride Verkaufskonzepte. Foto: Thomas Meyer, Pforzheimer Zeitung

Von Thomas Kurz (Pforzheimer Zeitung) | 10.06.2021

"Zukünftig sind hybride Verkaufskonzepte und Geschäftsmodelle gefragt, die eine Verknüpfung beider Kanäle ermöglichen und für Kunden ein ganzheitliches Kauferlebnis schaffen."
Kevin Lindauer, Smart-City Beauftragter der Stadt Pforzheim

Das Shopping-Event am 27. Juni im Internet kann auch als ein Baustein auf dem Weg zur Smart City gelten. PZ-Redakteur Thomas Kurtz sprach darüber mit dem städtischen Digitalisierungsbeauftragten Kevin Lindauer.

PZ: Herr Lindauer, möchten Sie uns verraten, wie lange Sie im Schnitt pro Tag mit Smartphone oder Tablet unterwegs sind?

Kevin Lindauer: Genau kann ich es nicht sagen, das variiert von Tag zu Tag. Da wir seit Pandemiebeginn nahezu alle Besprechungen und Termine per Videokonferenz durchführen, hat die Nutzungsdauer aber sicher zugenommen. Am Abend lege ich Smartphone oder Tablet daher auch einmal bewusst zur Seite, um Offline-Zeit beim Sport oder mit der Familie zu verbringen.

PZ: An der Digitalisierung des Alltags führt kein Weg mehr vorbei. Wo begegnen Sie am meisten Interesse am Smart-City-Gedanken?

Kevin Lindauer: Da sich die Digitalisierung auf nahezu alle Lebensbereiche auswirkt und die gesamte Stadtgesellschaft betrifft, stößt das Thema auf viel Interesse. Neben Wirtschaft, Wissenschaft, regionalen Institutionen und Politik stehen wir immer wieder auch mit wissbegierigen Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt. Vor kurzem hatte ich beispielsweise einen tollen Austausch mit einem über 80-Jährigen, der sich auf unseren Aufruf hin als sehr interessierter Testnutzer für das Projekt „ParaParking“ gemeldet hatte. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Dies zeigt, dass der Smart City-Gedanke durchaus auch bei älteren Generationen für echtes Interesse sorgt.

PZ: Wie steht es mit der Digitalisierung des lokalen Einzelhandels?

Kevin Lindauer: Der stationäre Einzelhandel war durch die Corona-Einschränkungen der vergangenen Monate in besonderem Maße betroffen. In der Krise haben einige Pforzheimer Händler mit innovativen Konzepten aufgezeigt, welche Chancen die Digitalisierung für den stationären Einzelhandel birgt. So konnten durch die Nutzung verschiedener Online-Kanäle für den Verkauf, das Angebot von Live-Chats zur Kundenberatung oder den Einsatz von Click-&-Collect-Services die schwerwiegenden Folgen des Lockdowns zumindest abgefedert werden. Die Stadt selbst hat mit der Onlineplattform „Handeln für Pforzheim“ eine erfolgreiche Initiative zur Unterstützung der Pforzheimer Gastronomie-, Einzelhandels- und Dienstleistungsbetriebe auf den Weg gebracht. Diese Online- und Hybridangebote müssen weiter ausgebaut werden, um den voranschreitenden Wandel erfolgreich zu meistern.

PZ: Der Golden Sunday ist ein digitales Shopping-Event. Sind hybride Geschäftsmodelle – lokaler Fachhandel mit Onlinepräsenz – die Zukunft des Einzelhandels?

Kevin Lindauer: Bereits vor der Corona-Krise war in der Branche eine zunehmende Verschmelzung von stationärem Handel und Onlinehandel zu erkennen. Die Pandemie hat diese Entwicklung nochmals beschleunigt. Das Silodenken zwischen lokalem Einzelhandel und E-Commerce wird meiner Ansicht nach weiter abnehmen. Zukünftig sind hybride Verkaufskonzepte und Geschäftsmodelle gefragt, die eine Verknüpfung beider Kanäle ermöglichen und für Kunden ein ganzheitliches Kauferlebnis schaffen. Der Golden Sunday ist hierfür ein innovatives Beispiel.

PZ: Was kommt denn als Nächstes beim Smart-City-Projekt in Pforzheim?

Kevin Lindauer: In den vergangenen Wochen und Monaten haben Projekte wie die Anwendung „ParaParking“ deutlich gemacht, welchen Mehrwert digitale Technologien für die Bürgerinnen und Bürger Pforzheims schaffen können. Hieran möchten wir anknüpfen und die Digitalisierung in den verschiedenen Handlungsfeldern einer Smart City vorantreiben. Beginnend beim Infrastrukturausbau über die Vernetzung von Mobilitätsangeboten bis hin zum Ausbau unserer Online-Bürgerservices. Um diese Herausforderungen umfassend angehen zu können, blicken wir gespannt auf die erneute Bewerbung für das Förderprogramm Smart Cities. Eine Entscheidung des Bundes erwarten wir im Spätsommer.

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