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Frühlingsgefühle im Automobil-Bereich – ifo: Exporterwartungen legen in nahezu allen Industriebereichen zu

Die Autohersteller und ihre Zulieferer haben im März zugelegt. Sie konnten ihre Auftragsbücher weiter füllen. Das ergab die aktuelle Konjunkturumfrage des ifo Instituts.
Die Geschäftslage der Automotive-Branche hat sich verbessert. ©SilasStein

Von Gerd Lache | 06.04.2021

Der Blick ins Ausland macht die Branche gerade glücklich.
Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen

Die ifo-Geschäftslage für die Branche stieg dem Institut zufolge im März 2021 auf plus 7,9 Punkte, nach einem Minus im Februar von 0,4. „Bei den Autobauern ist der Frühling angekommen“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen. Gleichzeitig seien die Manager für die kommenden Monate aber nicht mehr so optimistisch wie zuletzt. Dieser Indikator sank laut ifo auf 19,1 Punkte, nach 37,3 im Februar.

Die deutsche Automobilindustrie gilt nach Aussage des Kompetenzzentrums BW-i (Baden-Württemberg invest) als eine Schlüsselindustrie für Beschäftigung, Wachstum und Innovation. Im Südwesten als dem Geburtsland des Automobils sei jeder vierte Arbeitsplatz in der deutschen Fahrzeugindustrie angesiedelt. Besonders in der Region Nordschwarzwald mit dem Oberzentrum Pforzheim sind zahlreiche Zulieferfirmen der Branche angesiedelt. Einer der Gründe ist die geografische Nähe zu den automobilen Schwerpunkt-Produktionsorten in der Region Stuttgart, beispielsweise Porsche, Daimler und Bosch, um nur einige zu nennen.

Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen. ©ifo

Wie das ifo Institut weiter mitteilt, stieg der Umfragewert bei der Nachfrage im März auf 10,7 Punkte, nach minus 1 im Februar. Der Auftragsbestand legte nur leicht zu. Der Wert lag bei 14,8 Punkten, nach 11,7 im Februar. Die Produktion soll weiter hochgefahren werden. Der Indikator stieg auf 46,1 Punkte, nach 35,7 im Februar.

Der Bestand im Fertigwarenlager blieb größer als üblich. Der zugehörige Indikator fiel auf minus 10,3 Punkte, nach minus 9,9 im Februar. Trotz gut laufender Geschäfte planen die Unternehmen mit weniger Personal. Die Beschäftigungspläne sehen weiter einen Arbeitsplatzabbau vor.

Für das Exportgeschäft erwarten die Autobauer eine positive Entwicklung. Der Indikator erreichte 27 Punkte im März. Bereits vor knapp einer Woche meldete das ifo Institut, dass sich unter den deutschen Exporteuren eine große Zuversicht ausbreite. Die Exporterwartungen der Industrie seien im März von 11,9 Punkten auf 24,9 Punkte gestiegen. „Das ist der höchste Wert seit Januar 2011“, macht ifo-Präsident Clemens Fuest deutlich. Die Exportwirtschaft profitiere von einer starken Konjunktur in Asien und den USA. Auch der Euroraum nehme langsam etwas Fahrt auf.

ifo-Präsident Clemens Fuest. ©ifo

In nahezu allen Industriezweigen konnten demnach die Exporterwartungen zulegen. Die Elektroindustrie hoffe auf einen deutlichen Anstieg der Aufträge aus dem Ausland. Gleiches gelte für den Maschinenbau. Dort sei der Indikator auf den höchsten Wert seit November 2017 gestiegen. Auch der Automobilsektor bleibe optimistisch. Die Möbelindustrie habe die Wende geschafft, „nach zwei Monaten mit merklich pessimistischeren Aussichten keimt nun wieder Hoffnung auf“, erklärt Fuest. Hingegen rechnen jene Unternehmen mit rückläufigen Umsätzen, die Bekleidung und Schuhe herstellen.

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