Fastenzeit vorbei – der Pfandautomat und ich brauchen Therapie

Es gibt Momente, die kann sich kein Autor ausdenken – die passieren einfach. Ganz plötzlich, mitten im Alltag. Mal zum Schmunzeln, mal zum Kopfschütteln. Genau solche Erlebnisse sammeln wir in unserer neuen Rubrik: „Das glaubst du jetzt nicht – Geschichten, die das Leben schreibt“.
Foto: ©KI-gestützter Inhalt

01.09.2025

von Mirjam Müller

Ende der Fastenzeit

Es war ein warmer Sommertag und es ging mir prächtig! Ich hatte gerade eine knapp einwöchige Fastenkur hinter mir. Statt fester Nahrung standen Obst- und Gemüsesäfte auf dem Speiseplan, die wirklich lecker waren, doch nun freute ich mich auf etwas Schmackhaftes zu beißen. Allein der Gedanke an Nudeln und Gemüse versetzte mich in Hochstimmung. So packte ich die zahlreichen leeren Fastenkur-Pfandflaschen samt meinem Einkaufszettel ein und los ging’s zum nächsten Supermarkt.

Ganz schön gefräßig

Erst einmal den Pfandautomaten „füttern“. Es kam ein ganz schönes Sümmchen zusammen, ich drückte den Pfandknopf, der Bon wurde ausgespuckt, ich griff danach, doch …. schwupps… er entglitt mir! Er rutschte in das untere Eingabefach des Pfandflaschenautomats, der für die Getränkekisten zuständig ist. Mist! Ich wollte den Bon aus dem Fach holen, doch er lag so weit hinten, dass ich ihn zwar sehen, jedoch nicht zu greifen bekam. Ach herrje, was sollte ich tun? Es waren ja nun nicht nur 25 Cent, die da unten im Fach lagen, deshalb ging ich zu der Dame an der Kasse und fragte, ob sie mir helfen könnte, den Bon aus dem Innern des Pfandautomats herauszuholen. Sie versprach mir, jemanden zu schicken. Ich wartete. Und wartete. Hinter mir stellte sich eine Frau an, die ebenfalls ihre Pfandflaschen abgeben wollte. Ich wartete immer noch, doch niemand kam. Nach einer gefühlten Ewigkeit fragte ich die Kassiererin nochmals höflich nach Hilfe und wartete erneut. Die Schlange hinter mir wurde länger. Fragend schauten mich die Leute an, und ich versuchte das Missgeschick zu erklären. Da noch immer keiner zu Hilfe kam, entschied ich mich, etwas zu unternehmen.

Fütterung der besonderen Art

Ich krabbelte kopfüber in den Pfandflaschenautomaten, und lag nun bäuchlings dort, wo normalerweise Sprudelkästen eingeschoben werden. Meine Beine schauten bis zu den Knien aus dem Automaten heraus und ich griff beherzt nach meinem Bon. Yeah, ich hatte ihn! Der Automat war offensichtlich irritiert und fing heftig an zu fiepen und zu hupen. Als ich herauskrabbelte, blinkte eine Fehlermeldung am Display „Gegenstand zu sehr verformt.“ Was für eine groteske Situation! Ich prustete los: „Das hat auch noch niemand zu mir gesagt“, lachte ich und die Frau hinter mir kicherte herzlich mit. Zum Glück beruhigte sich der Pfandautomat wieder, die Fehlermeldung verschwand und die Menschen hinter mir konnten nun auch endlich ihre Flaschen einwerfen. Nix wie weg hier, dachte ich und stellte mir beim Flüchten die Frage: „Ob ich jemals wieder eine Fastenkur machen sollte, wenn ich danach „zu sehr verformt“ aussehe?“

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