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WirtschaftsKRAFTplus ist in der Tat ein „Plus“ – ein Mehr an Themen, an Hintergründen und an Aktualität. Mit dieser Plattform wird die wirtschaftliche Kompetenz des Standortes Pforzheim medial begleitet und weit in die Region getragen.

Oliver Reitz

Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP)

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Das Nagolder Unternehmen Häfele kommt besser durch das krisengebeutelte Jahr 2020 als erwartet

Dass sich die Auswirkungen der weltweiten Krise in einem überschaubaren Rahmen hielten, sei vor allem einer deutlichen Erholung im dritten Quartal zu verdanken, so die Unternehmensleitung.
Packerei im Versandzentrum auf dem Nagolder Wolfsberg Foto:Häfele

Die international aktive Häfele Gruppe verzeichnete für das Pandemiejahr 2020 ein Umsatzrückgang von 7,3 Prozent (währungsbereinigt -4,6%) auf 1,39 Mrd. Euro.

„Häfele hat den Mut, die Kreativität und die Kraft, aus einer Krise gestärkt hervorzugehen. Wir packen auch die 2020/2021er Krise mit Zuversicht an und schauen als langfristig denkendes Familienunternehmen nach den Chancen, die sich uns bieten."
Sibylle Thierer, Unternehmensleiterin

Der Gruppenumsatz in den Monaten Oktober bis Dezember letzten Jahres lag wieder auf Vorjahresniveau. Währungsbereinigt wurden hier sogar über 5% Zuwachs gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres erwirtschaftet. Das lässt für 2021 hoffen.

Wie wir alle gelernt haben, hat die Pandemie eine ihr ganz eigene, nur schwer vorhersehbare und beeinflussbare Dynamik

Sibylle Thierer, Unternehmensleiterin
Sibylle Thierer, Foto:Häfele

Im gesamten Berichtszeitjahr 2020 hat sich Häfele besser entwickelt als im Mai prognostiziert. Der Aufschwung im Herbst sorgte für einen derart positiven Effekt, dass die noch im zweiten Quartal vorhergesagten, massiven Auswirkungen der Virus-Pandemie auf das Häfele Geschäft insgesamt deutlich begrenzt werden konnten.


Wie schon bei der Weltwirtschaftskrise 2009, bei der Häfele einen noch höheren Umsatzrückgang verkraften musste, profitiert das Familienunternehmen aus dem Schwarzwald auch in dieser Krise von seiner internationalen Diversifikation. Die Präsenz in 150 Ländern der Welt ist auch diesmal ein wichtiger Stabilitätsanker, wie die Unternehmenszahlen und die Entwicklungen in den unterschiedlichen Regionen der Welt zeigen.
Das Geschäft bei der Muttergesellschaft in Deutschland verlief mit einem Minus von 1,3% nahezu stabil, während Westeuropa einen Rückgang von 9,3% meldet. UK (Vereinigtes Königreich), Italien und Spanien hatten hier den stärksten Umsatzverlust zu verkraften. Noch stärkere Einbußen gab es in Süd- und Südostasien (inkl. Indien) mit -20%, während andere Regionen, wie Ostasien und Ozeanien mit den wichtigen Märkten Australien und China sowie Osteuropa sogar leicht über Vorjahresniveau abschlossen.

Foto:Häfele

Maßgeblichen Einfluss auf den Umsatzrückgang bei Häfele hatte die weltweit zum Erliegen gekommene geschäftliche und touristische Reisetätigkeit. Das war in den asiatischen Märkten besonders zu spüren. Häfele hat sich dort in den letzten Jahren mit seinem 360° Objektservice sehr gut in der Hospitality-Branche positioniert – 2020 wurden aber viele Objekte gestoppt.

Das traditionelle Häfele Marktsegment Handwerk zeigte sich dagegen als äußerst krisenresistent. Ganz anders im Umfeld der Möbelindustrie, da ging es eher höchst volatil zu, beginnend mit einem tiefen Fall und einem, dem pandemiebedingten Homing-Trend geschuldeten, folgenden schnellen Wiederaufstieg.

​​​​​Der Blick in die Zukunft ist vorsichtig optimistisch. Die Häfele Gruppe wird auch 2021 investieren. Geplant sind Investitionen in Höhe von 60 Mio. Diese sind vor allem strategisch zu betrachten und fließen in Logistik, in IT- unterstützte Prozesse sowie neue Dienstleistungen ein.

pm/tm

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