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WirtschaftsKRAFTplus ist in der Tat ein „Plus“ – ein Mehr an Themen, an Hintergründen und an Aktualität. Mit dieser Plattform wird die wirtschaftliche Kompetenz des Standortes Pforzheim medial begleitet und weit in die Region getragen.

Oliver Reitz

Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP)

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Babypause und dann happy in Teilzeit? Ein persönlicher Erfahrungsbericht.

Sandra Pawel lebt mit ihrer Familie in Pforzheim und arbeitet als Teilzeit-Marketing-Frau bei ROTON PowerSystems in Bretten. „Marketing und Werbung ist kreatives Schaffen,“ beschreibt Sandra Pawel, „hier kommen die Ideen und Impulse nicht unbedingt nach Plan, während der Arbeitszeit am Schreibtisch oder in einem Meeting im Konferenzraum. Darum habe ich mit mir gehadert, nach der Elternzeit überhaupt eine Teilzeitstelle im Bereich Marketing aufzunehmen.“
Sandra Pawel, junge Mutter und Marketingverantwortliche bei ROTON. Foto: ROTON

von Tanja Meckler (Archivartikel 31.03.2022)

"Mein Beruf nimmt einen hohen Stellenwert in meinem Leben ein. Natürlich steht dieser nicht über meiner Familie, jedoch setzt es meiner Meinung nach die nötige Leidenschaft und Energie voraus, um gerade in verantwortungsvollen Positionen das Berufsleben mit Freude zu betrachten und genießen zu können. Wer in seinem Beruf aufblüht, wird hierbei eine schöne Ergänzung zum Familienleben kreieren!"
Sandra Pawel

Sandra Pawel ist ausgebildete Grafikdesignerin und beschreibt sich selbst als kreativen Kopf. Mit der Geburt ihres Sohnes kam die Frage auf, wie es für sie beruflich weitergehen könnte. Nach einer dreijährigen Babypause führte sie ihr Weg zu einer klassischen Teilzeitstelle in einem Büro. Für den kreativen Ausgleich fing sie mit der Porträtfotografie an. Unter anderem fotografierte sie Ramin Abtin oder Locations von Andreas Sarow. (Eine kleine Auswahl der Bilder finden Sie auch am Ende des Artikels, in der Bildergalerie. ) Sogar ein italienischer Radiosender wurde auf die Pforzheimerin aufmerksam und bat zum Interview. Für Pawel ein tolles Erlebnis, mit dem sie nicht gerechnet hatte, ihr aber vor Augen führte, es lohnt sich etwas zu beginnen. Inzwischen fotografiert sie nur noch privat.

Vor der Linse: Ramin Abtin. Foto: fotografier-s

Schlussendlich siegte der innerliche Wunsch wieder hauptberuflich kreativ sein zu dürfen. Sandra Pawel entdeckte eine Stellenausschreibung des Brettener Familienunternehmens ROTON. Der Job schien wie für sie gemacht, ein Teilzeit-Modell mit Berücksichtigung ihrer individuellen Situation räumte die letzten Zweifel aus. Pawel betont: „Ich bin froh, dass ich meine Leidenschaft bei ROTON PowerSystems GmbH im Marketing ausleben kann. Was mich zu diesem Unternehmen geführt hat, ist auch das was mich heute hier hält und was ich täglich zu schätzen weiß: Freiheit in der Arbeitszeitgestaltung, eine hervorragende Vernetzung im modernen digitalen Umfeld, Rücksicht und Flexibilität hinsichtlich Kinderbetreuung und familiärer Belange sowie schlichtweg die freundliche Atmosphäre im Team. Seit dem Einstieg 2019 fährt mein „Lebens-Zug“ reibungslos und zufrieden in die Zukunft.“

WirtschaftsKRAFT: Welche Rolle spielt die Familie für Sie?

Die Familie stellt für mich ein „Haus“ der Geborgenheit und Sicherheit dar. Um meinen Energiespeicher laden zu können, ist mir ein enger, ehrlicher Freundeskreis sehr wichtig! Beruflich lebe ich sehr gerne kommunikativ, präsent und offen, genieße privat jedoch die Ruhe und umgebe mich mit Menschen, welche mir ein gutes Gefühl vermitteln. Mit diesem gesunden und stabilen „Fundament“, lässt sich daher mit großem Spaß und Zuversicht der Erfolg und die notwendige Zufriedenheit erzielen. An dieser Stelle sollte jeder selbst entscheiden, wie man das persönliche Fundament definiert, um dies für sich optimal umsetzen zu können.

WirtschaftsKRAFT: Eine Teilzeitstelle im Marketing, funktioniert das?

Das Kind wird krank, die Oma ist im Urlaub und das Auto ist in der Werkstatt. Welche Mutter kennt sie nicht? Vorfälle, die einem das Leben schenken. Ich denke, ich bin gerade deshalb eine gute Teilzeitmarketing-Frau. Wer aus vielen ungewollten Handicaps am Ende für ein erfolgreiches Ergebnis sorgt, ist doch mit den besten Eigenschaften ausgerüstet! Typische Punkte im Marketing: Andere Perspektiven einnehmen, kreative Lösungen finden und dabei immer „gut aussehen“.

WirtschaftsKRAT: Wie organisieren Sie Beruf und Familie?

Da ich überwiegend im klassischen Teilzeitmodell arbeite, kann mein Sohn morgens direkt in die Schule und hat anschließend die Möglichkeit, die Betreuung – welche er sehr gerne als Ausgleich zur Schule wahrnimmt – zu besuchen. So funktioniert der Kreislauf zwischen glücklichem Kind und ausgeglichener Mutter. Falls Veranstaltungen oder Messen anstehen, bei denen ich gerne länger unterwegs bin, kann ich mich auf meinen Mann oder meine Eltern verlassen. Ein weiterer Aspekt, der bei allen Familienmitgliedern passen sollte.

WirtschaftsKRAFT: Was müssen Unternehmen Müttern bieten?

Viele Punkte die Unternehmen fördern können, würde ich eher als allgemein familienfreundlich bezeichnen, an dieser Stelle ziehen ja nicht nur die Mütter ihren Vorteil. Die Zufriedenheit, die Motivation und Ankerkennung der Mitarbeiter/Mitarbeitenden steigt und setzt dadurch eine neue Dynamik im Unternehmen frei. Auf der anderen Seite sollte man als Familie nicht nur an die Bezahlung von Kitagebühren, Betreuungskosten, Sonderurlaub oder dergleichen denken. Keine Frage, alles „nice to have“, aber in meinen Augen nicht die Grundvoraussetzung für das Interesse an einer Festeinstellung in einem Unternehmen, welches mich fasziniert! Hier müssen auch „nicht materielle“ Dinge wie die „Chemie“ eine große Rolle spielen – das Miteinander und eine wohlwollende Firmenkultur.

Es sind „Kleinigkeiten“ wie zum Beispiel, das optimale Legen von gemeinsamen Meetings. Wenn diese beispielsweise vormittags gehalten werden, hilft das sowohl der Mutter als auch dem Vater. Kleine Zugeständnisse, die das Arbeiten schon familienfreundlicher machen.

WirtschaftsKRAFT: Wie haben Sie das Arbeiten in Corona-Zeiten erlebt? Was waren die größten Herausforderungen?

In der Corona-Zeit gab es eine gewaltige „Überdosis“ an Ereignissen und Einschränkungen, die man erst mal unterbringen musste. Ich bin ein Mensch, der Herausforderungen einfordert und liebt, aber diese Art von Herausforderung „Challenge“ war die größte, welche uns/ mir je begegnet ist. An dieser Stelle einen „kühlen Kopf“ zu bewahren, hat mich an meine Grenzen gebracht. Mittlerweile, fühle ich mich dadurch gestärkt!

WirtschaftsKRAFT: Ihr Tipp an Mütter, die sich einen Wiedereinstieg in den Beruf wünschen?

Grundlegend sollte „Frau“ sich ihrer Wünsche und Ansprüche, die sie an sich und an ein Unternehmen hat, vorerst genau bewusst werden. Dabei helfen beispielsweise Gespräche mit Personen, die einem Erfahrungswerte weitergeben. Ich persönlich empfehle – falls möglich – ein Stufenmodell des Wiedereinstiegs. An dieser Stelle haben beide Seiten die Chance reinzuwachsen. Das typische „sich in der Haut wohlfühlen“ hat ein großes Gewicht, welches man stets in der Waage halten sollte. Der angestrebte Perfektionismus – auch bei mir – ist immer wieder ein Thema. Einer meiner Wege zur Erleichterung: Ein bestelltes Essens oder ein gekaufter Kuchen, ohne darüber nachzudenken, wie andere darüber denken. DURCHATMEN!

Schwarzweiß Fotografie auf der A5. Foto: fotografier-s
Schwarzweiß Fotografie auf der A5. Foto: fotografier-s
„LUCKY MAN“ Foto: fotografier-s
„LUCKY MAN“ Foto: fotografier-s
Das bedrohte Haus von Andreas Sarow. Foto: Foto: fotografier-s
Das bedrohte Haus von Andreas Sarow. Foto: Foto: fotografier-s

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