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Oliver Reitz

Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP)

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19 -jährige Bruchsalerin vermietet liebevoll ausgebaute Vans.

Aus der Liebe zum Vanleben wurde eine eigene Geschäftsidee. Die junge Bruchsalerin Denise Lindenfelser verwandelt Kastenwägen in mobile Zuhause auf Zeit.
Wenn aus der Liebe zum Van ein Start-Up entsteht. Gründerin Denise Lindenfelser. Foto: Deja Camper

Von Tanja Meckler

"Unsere Vision ist eine Flotte von mehreren Campern, die sich durch ihre Größe, den Stil und den Charakter voneinander unterscheiden. Es wird einen Offroader geben, einen Cityflitzer, einen im Modern Style und einen Rustikalen."
Denise Lindenfelser, Gründerin Deja Camper

Young.Wild.Free

From 0 to 100 könnte nicht besser beschreiben was man bei so einem Camperausbau leistet.

So unendlich viele Stunden Arbeit, tausend gerissene Nerven und eingeschlagene Köpfe aber der Stolz und die Freude seinen fertigen Camper zu sehen machen Blut, Schweiß und Tränen absolut wett.

Denise Lindenfelser, Gründerin von Deja Camper

Wenn Denise Lindenfelser über das Vanleben spricht, ist die Liebe herauszuhören. Sie spricht von einer unglaublichen Freiheit, Abenteuerlust und leichtem Gepäck.

Aber von vorne: es ist Mai 2019, die junge Bruchsalerin hat ihr Abitur in der Tasche und steht nun vor der Frage, wohin die Reise geht. Studieren oder lieber doch eine Ausbildung anfangen? Vor Schlussendlich wurde es keines von Beidem. Im Kopf der jungen Frau formte sich ein ganz neuer Gedanke, sie kratzte all ihr Erspartes zusammen und investierte das Geld kurzerhand in einen weißen Kastenwagen, der zuvor als Handwerker- Fahrzeug fungierte. Zusammen mit ihrem Freund macht sie sich ans Werk.

Der Ausbau ist schweißtreibend und dauert rund vier Monate. Foto: Deja Camper

Zunächst wird alles raus gerissen, der Lack behandelt, Boden rein, Wände verkleidet. Nebenher werden passende Möbel gebaut und irgendwann nach drei bis vier Monaten schweißtreibender Arbeit stand ihr erstes, selbstausgebautes Wohnmobil.

Der Classic Allrounder. Foto: Deja Camper

Es braucht viel weniger als man denkt , einfach anfangen und sich trauen!

Denise beschließt den Camper zu vermieten. Die Resonanz ist groß, virl größer als die 19-Jährige das erwartet hätte. Sie leiht sich von den Eltern ein Privatdarlehen und kauft den nächsten Kastenwagen, diesen baut sie quasi im Alleingang aus.

Im Gespräch mit WIRTSCHAFTSKRAFT erzählt Denise, dass sie zwar keine linken Hände hätte, dennoch sei dieser Ausbau für die Camping begeisterte auch völliges Neuland gewesen. Alles Wissenswerte hat sie sich über youtube-Videos und Blog-Beiträge angeeignet und es dann ihrem eigenen Projekt angepasst.

Denise in Action. Foto: Deja Camper

Wenn aus der Liebe zum Van ein Start-Up wird

Im Februar 2020, Corona spielte da in Deutschland noch keine so große Rolle, entsteht die Idee zu dem Start-Up Deja-Camper. Denise hat vor allem junge Menschen im Blick, denen sie einen Urlaub auf vier Rädern ermöglichen will. Mit dem Classic Allrounder und dem Great Getaway besteht die Flotte dato aus zwei individuellen Campern.

Endlos feiern oder einfach nur abhängen, das juckt Denise recht wenig, sie möchte ihr eigenes Unternehmen aufbauen und steckt all ihre Energie in „das Start-Up. In Eigenregie entwickelt sie ein eigenes Logo, baut die website von Deja-Camper und bringt sich nebenher noch Buchhaltung bei.

„Eigentlich dachte ich die Leute buchen eher bei Marken die bereits einen Namen haben , aber wir haben so viele Anfragen, der September ist auch schon wieder dicht. Toll sind auch die Rückmeldungen. Die Leute kommen heim sind total begeistert, viele sind angesteckt und sagen sie kommen bald wieder.“

Überraschend ist auch das Publikum, von der frischgebackenen 18-Jährigen, die genau an ihrem Geburtstag losdüsen möchte, bis hin zur 75-jährigen Omi, die von drei Wochen Camperurlaub an der Ostsee träumt sei alles dabei.

Denise bietet den Reisenden ein Rundum-Sorglos Paket. Die Geschäftsidee beruht auf Flexibilität, eine Mindestmietdauer gibt es nicht. Einsteigen, losfahren, in eine Welt eintauchen das ist die Devise. Bettwäsche, Töpfe, Pfannen, Geschirr, selbst Spülmittel und ein kleiner Essensvorrat: die Camper sind voll ausgesattet.

Denise ist sich sicher, dass Corona ihrem Start-up gewissermaßen in die Karten gespielt hat. Campen wurde in den vergangenen Jahren immer beliebter, aber die Pandemie gab dieser Art zu reisen nochmal einen großen Push.

Im Moment investiert Denise jeden eingenommen Euro gleich wieder, deshalb hat sie trotz der vielen Arbeit noch einen Nebenjob. Bis August sollen zwei weiter Kastenwägen ausgebaut sein. In den nächsten Jahren soll die Flotte auf insgesamt zehn Camper ausgeweitet werden, dann könnte sich das Unternehmen selbst tragen, erzählt Denise.

„Unsere Vision ist eine Flotte von mehreren Campern, die sich durch ihre Größe, den Stil und den Charakter voneinander unterscheiden. Es wird einen Offroader geben, einen Cityflitzer, einen im Modern Style und einen Rustikalen.“

Mit Deja-Camper soll aber nicht Schluss sein, wenn das Unternehmen richtig läuft, möchte sich Denise der nächsten Idee widmen. Um was es da genau gehen soll, verrät sie aber noch nicht.

Also dieses gründen an sich, das ist so ein gutes Gefühl: aus dem Nichts einfach etwas aufzubauen, das macht soviel Spass. Ich kann mir gut vorstellen nochmal was Neues zu starten.

Denise Lindenfelser

Der Camper Greek Getaway. Foto: Deja Camper
Der Camper Greek Getaway. Foto: Deja Camper
Das Bett ist zu Fahrtbeginn gerichtet. Foto: Deja Camper
Das Bett ist zu Fahrtbeginn gerichtet. Foto: Deja Camper
Classic Allrounder. Alles ist perfekt verstaut. Foto: Deja-Camper
Classic Allrounder. Alles ist perfekt verstaut. Foto: Deja-Camper

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