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WirtschaftsKRAFTplus ist in der Tat ein „Plus“ – ein Mehr an Themen, an Hintergründen und an Aktualität. Mit dieser Plattform wird die wirtschaftliche Kompetenz des Standortes Pforzheim medial begleitet und weit in die Region getragen.

Oliver Reitz

Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP)

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16+ im Gespräch mit Dr. Helga Huskamp, geschäftsführende Vorständin ZKM

Die promovierte Kunsthistorikerin war 15 Jahre in der Wirtschaft und an Hochschulen tätig, bevor ihr Weg zurück in die Kultur führte. Im Gespräch mit WirtschafstKRAFT ging es um große Leinwände, ein mögliches Gesprächsthema mit Angela Merkel und über Learnings aus der Amtszeit als Klassensprecherin in der neunten Klasse.
© Dr. Helga Huskamp, ZKM | Karlsruhe, Foto: Felix Grünschloß

Dr. Helga Huskamp, geboren 1968, ist seit September 2021 am ZKM als geschäftsführende Vorständin tätig. Sie verbindet in ihrem beruflichen Werdegang Kultur mit Management.  Gemeinsam mit dem wissenschaftlich-künstlerischen Vorstand Prof. Peter Weibel leitet Dr. Helga Huskamp nun das ZKM. Die promovierte Kunsthistorikerin war 15 Jahre in der Wirtschaft und an Hochschulen tätig, bevor ihr Weg zurück in die Kultur führte. Nach ihrer Tätigkeit als stellvertretende Geschäftsführerin des Internationalen Dokumentarfilmfestivals München (DOK.fest München) verantwortete sie die Bereiche Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation der Stiftung Bauhaus Dessau. Zuletzt leitete Dr. Huskamp die Abteilung Kommunikation, Vermittlung, Digitalisierung der Staatsgalerie Stuttgart und fungierte dort als Pressesprecherin. Mit ihren Kompetenzen und ihrem ausgeprägten Gestaltungswillen möchte Dr. Huskamp die gegenwärtige Transformation der Kultur mitgestalten.

"Meine große Leidenschaft ist es, Kunst und Kultur zu ermöglichen und dabei die Gesellschaft im Blick zu haben. Im Grunde bin ich eine Lobbyistin für die Vielfalt der Perspektiven. Das ZKM als geschäftsführende Vorständin mit zu gestalten ist ein großes Geschenk, denn es ist die DNA des ZKM in aller Vielfalt auf Gegenwart und Zukunft zu schauen."
Dr. Helga Huskamp, geschäftsführende Vorständin ZKM

1.Wann stehen Sie in der Regel morgens auf?

Mir gefällt der frühe Morgen als Tageszeit besonders gut. Leider gelingt es mir aber nicht, vor 7.00 Uhr aufzustehen. Das ist eigentlich zu spät, um die Ruhe des Morgens zu genießen.

2. Sind Sie ein Frühstückstyp und falls ja, was geht immer?

Frühstücken heißt für mich im Alltag vor allem das Lesen der Zeitung und ein Café. Ausführlich zu frühstücken ist etwas für das Wochenende.

3. Was ist Ihr Lieblings Büro-Outfit?

In der Kultur ist der Kleiderkodex ja Gott sei Dank etwas legerer. Ich bin sehr gerne in Jeans im Büro.

4. Der erste Klick am Morgen, gilt welcher Seite?

Zumeist der SZ App auf dem Handy.

5. Zu welcher Tageszeit sind Sie am produktivsten?

Am Abend ab 18.00 Uhr, wenn Ruhe einkehrt und ich alleine am Schreibtisch sitze. Oder auch mal am frühen Morgen, wenn Ruhe ist.

6. Fixer Arbeitsplatz oder smart office?

Beides. Mein Laptop muss immer in die Handtasche passen.

7. Digital Tools gibt es viele, welches ist Ihr Favorit?

Mein Smartphone ist inzwischen wohl mein wichtigster Lebensgefährte.

8. Wer war / ist für Sie ein Vorbild?

Es gibt viele Menschen, die ich sehr bewundere. Aus meinem alltäglichen Umfeld ebenso wie Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur, Politik und Wissenschaft

9. Die beste Strategie gegen unproduktive Meetings?

Eine gute Agenda mit einer strukturierten Moderation. Leider lernen wir das nicht

10. Wie überleben Sie einen richtig schlechten Tag im Büro?

Mit kleinen Auszeiten für einen Café oder Tee, um meine Gedanken und Kräfte zu sammeln. 

11. Was inspiriert Sie?

Mich inspirieren kreative, künstlerische Menschen, die in Ideen denken und dabei Verantwortung übernehmen

12. Beruf und Familie lässt sich gut vereinbaren? Wo sehen Sie Handlungsbedarf?

Aus meiner eigenen Erfahrung ist es größtenteils dem Zufall überlassen, ob sich Beruf und Familie vereinbaren lassen. Klappt es mit dem Platz in Kita, Hort und Ganztagsschule? Wer von den Großeltern hat Zeit, das Kind in den Ferien zu betreuen und überhaupt? Kinder groß zu ziehen ist leider ein ständiger Hindernislauf. Ich hatte immer Glück, das es gut ausging. Damit der Zufall aber nicht ausschlaggebend ist, fehlt es an verlässlicher Infrastruktur und Qualität in der Betreuung. Wir müssen endlich anerkennen, wie wichtig gerade die sozialen Berufe sind.

13. Was ist Ihnen mal gehörig misslungen?

Keine einfache Frage. Mir misslingt immer wieder mal etwas, denn nichts und niemand ist perfekt im Leben. Fehler sind immer mit dabei. Richtig gehörig misslungen ist mir mein Amt als Klassensprecherin in der 9. Klasse. Ich war so glücklich, gewählt worden zu sein und musste dann aber nach nur wenigen Wochen wieder aufhören. Mir war es einfach nicht gelungen, meinen Gestaltungsehrgeiz mit den Bedürfnissen der Mitschülerinnen zu synchronisieren. Das habe ich damals natürlich nicht verstanden. Erst in meinen Berufsjahren als Beraterin habe ich gelernt, dass es immer klüger ist, das eigene Handeln an den Bedürfnissen der Menschen, die man erreichen möchte, auszurichten

14. Lieblingsfilm?

Ich bin ein absoluter Kinofan. Große Leinwand muss sein. Durch Corona bin ich da natürlich etwas aus dem Tritt. Eines der letzten eindrucksvollen Kinoerlebnisse war im Urlaub in Rom ein Dokumentarfilm zu Paolo Conte. Da passte alles: Ort, Film und Atmosphäre.

15. Wen würden Sie gerne einmal treffen und was würden Sie dann gerne mit dieser Person diskutieren?

Ich würde mich sehr gerne mal mit Angela Merkel ganz offen unter 4 Augen über Politik, Macht, Kommunikation und Frauen unterhalten. Warum ist es so schwer, ein Land wie Deutschland zu modernisieren? Diese Frage umtreibt mich.

16. Was wollten Sie als Kind werden?

Ich wollte schon sehr früh irgendwie im Büro arbeiten. Da wo alle Fäden zusammenlaufen. Das bekam ich bei meiner Tante mit und fand es schon immer toll.

Angenommen Sie treffen auf eine fremde Person, die sie besser kennt, als Sie sich selbst, fänden Sie das spannend oder gruselig?

Das würde mir sehr gefallen. Jeder Mensch ist ja Vieles in einem und wenn es jemanden gibt, der das für mich sortiert, fände ich das sehr spannend.

Das Interview führte Tanja Meckler.

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